Fachverkäufer verschweigen dir diese Gewichts-Regel beim Sonnenschirm – dabei entscheidet sie über Leben und Tod

An windarmen Tagen wirkt der Sonnenschirm wie ein Symbol für Ruhe. Doch sobald eine stärkere Böe aufkommt, wird er schnell zum Sicherheitsrisiko – kippend, schlagend, in Bewegung gesetzt durch physikalische Kräfte, die viele unterschätzen. Der Schirmständer, oft als bloßes Zubehör betrachtet, ist in Wahrheit das entscheidende Element, das über Stabilität, Haltbarkeit und Sicherheit im Außenbereich bestimmt.

Die meisten Besitzer von Sonnenschirmen machen sich über dieses unscheinbare Element kaum Gedanken – bis zu jenem Moment, in dem der Wind auffrischt und der Schirm zu wanken beginnt. Was dann folgt, ist häufig eine Kette unerwünschter Ereignisse: Der Schirm kippt um, beschädigt Terrassenmöbel, verletzt im schlimmsten Fall Personen oder landet im Nachbargarten. Diese Szenarien sind keineswegs selten und auch nicht ausschließlich das Resultat extremer Wetterbedingungen. Vielmehr zeigen sie ein grundlegendes Missverständnis über die physikalischen Anforderungen, die ein Sonnenschirm an seine Befestigung stellt.

Zwischen Kunststoffsockeln, die sich mit Wasser befüllen lassen, und massiven Granitplatten, die Jahrzehnte überdauern, liegen Welten in Materialtechnik, Design und Nachhaltigkeit. Die Auswahl des richtigen Ständers ist keine Stilfrage, sondern eine technische Entscheidung, die mit Gewicht, Hebelwirkung und Korrosionsresistenz zu tun hat. Wer die Prinzipien hinter diesen Faktoren versteht, vermeidet Schäden, spart langfristig Geld und erhöht die Lebensdauer seines Sonnenschirms erheblich.

Die Industrie hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Moderne Schirmsysteme werden mittlerweile in Windkanälen getestet, um ihre Standfestigkeit unter realistischen Bedingungen zu überprüfen. Diese Tests liefern wichtige Erkenntnisse darüber, welche Kräfte auf verschiedene Schirmtypen wirken und welche Anforderungen daraus für die Standsysteme resultieren. Dennoch bleiben viele dieser technischen Details für Endverbraucher unsichtbar – versteckt hinter allgemeinen Gewichtsangaben und vagen Sicherheitshinweisen.

Warum Gewicht die eigentliche Versicherung des Sonnenschirms ist

Ein Sonnenschirm entfaltet im geöffneten Zustand eine erhebliche Segelfläche. Schon ein Windstoß von wenigen Metern pro Sekunde erzeugt hier Kräfte, die den Schirm aus seiner Verankerung zu heben versuchen. Ohne ausreichend Gegengewicht wird dieser Schub nicht abgefangen – der Schirm kippt oder reißt aus der Halterung. Die Berechnungen mögen simpel erscheinen, aber sie sind elementar für die Sicherheit im Außenbereich.

Die Gewichtsempfehlungen der Hersteller sind dabei keineswegs willkürlich gewählt. Ein kleiner Balkonsonnenschirm benötigt mindestens 15 bis 20 kg Gewicht, um stabil zu bleiben. Mittelgroße Modelle liegen sicher bei 25 bis 35 kg, während bei großformatigen Ampelschirmen oft 40 bis 50 kg oder mehr erforderlich sind. Diese Werte basieren auf umfangreichen Praxiserfahrungen und Stabilitätstests unter verschiedenen Windbedingungen.

Entscheidend ist dabei nicht nur das Gesamtgewicht, sondern die gleichmäßige Lastverteilung. Eine zu geringe Auflagefläche auf der Terrassenplatte kann trotz hohem Gewicht zum Kippen führen. Dies liegt an einem physikalischen Prinzip, das in der Alltagswahrnehmung oft unterschätzt wird: dem Drehmoment. Die Kraft, die der Wind auf die Schirmfläche ausübt, wirkt nicht direkt nach unten, sondern versucht, den gesamten Schirm um seinen Befestigungspunkt zu drehen. Je höher der Angriffspunkt dieser Kraft liegt und je schmaler die Basis des Ständers ist, desto leichter kann der Schirm kippen.

Eine häufig übersehene Variable ist das Massenträgheitsmoment: Je breiter die Basis, desto stabiler der Stand, selbst bei geringfügig weniger Gewicht. Deshalb lohnt es sich, auf Modelle mit großen Bodenplatten zu achten, anstatt nur auf Kilogramm zu schauen. Ein 30 kg schwerer Ständer mit einer breiten, flachen Konstruktion kann unter Umständen stabiler stehen als ein 35 kg schweres Modell mit schmaler, hoher Bauform.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der besonders bei beweglichen Schirmständern relevant wird: die Verteilung der Masse innerhalb des Ständers selbst. Systeme, bei denen das Gewicht möglichst nah am Boden konzentriert ist, bieten eine bessere Stabilität als solche, bei denen die Masse gleichmäßig über die gesamte Höhe verteilt ist. Dies erklärt, warum flache Plattenständer in vielen Situationen vorteilhafter sind als hohe, zylindrische Konstruktionen.

Materialien im Vergleich: Stabilität ist nicht immer eine Frage des Preises

Schirmständer lassen sich grob in drei Materialgruppen einteilen – Kunststoff, Beton oder Granit und Metallvarianten. Jedes Material bringt seine eigenen physikalischen und praktischen Eigenschaften mit sich, die weit über den reinen Kaufpreis hinausgehen.

Kunststoffständer mit Füllsystem

Diese Modelle sind beliebt, weil sie transportfreundlich und günstig sind. Sie wiegen leer nur wenige Kilogramm und lassen sich vor Ort mit Wasser oder Sand befüllen. Wasser ist praktischer, aber weniger stabil – ein Liter Wasser entspricht einem Kilogramm Gewicht, doch die Bewegungsfreiheit der Flüssigkeit schwächt die Standkraft. Bei Sand entsteht durch die Verdichtung eine statisch festere Masse, die weniger schwankt.

Der Vorteil von Sandfüllung liegt in der höheren Dichte und der reduzierten Beweglichkeit innerhalb des Behälters. Während Wasser bei Erschütterungen oder Windstößen im Inneren des Ständers hin- und herschwappen kann, bleibt Sand weitgehend in Position und trägt dadurch effektiver zur Stabilisierung bei.

Dennoch bleiben Kunststoffständer anfällig für Risse durch UV-Strahlung und Temperaturschwankungen. Die meisten Kunststoffe, die im Außenbereich eingesetzt werden, unterliegen einem schleichenden Alterungsprozess. Sonnenlicht, insbesondere die UV-Komponente, bricht chemische Bindungen im Polymer auf. Das Material wird spröde, verliert an Flexibilität und entwickelt schließlich feine Risse, die sich unter Belastung ausweiten können. Eine regelmäßig aufgetragene UV-Schutzbeschichtung oder das Abdecken im Winter kann die Lebensdauer deutlich verlängern.

Ein weiterer Schwachpunkt vieler Kunststoffständer liegt in den Verschlüssen und Einfüllöffnungen. Billige Modelle verfügen oft über einfache Schraubverschlüsse, die nach mehrmaligem Befüllen und Entleeren undicht werden. Hochwertigere Varianten setzen auf Doppelverschlusssysteme oder integrierte Dichtungen, die auch nach Jahren noch zuverlässig funktionieren.

Beton- und Granitständer

Für stationäre Bereiche – Terrassen, Innenhöfe, Gärten – sind diese Materialien unschlagbar. Beton bietet hervorragende Masse pro Volumenverhältnis, Granit zusätzlich eine hohe Resistenz gegen Witterung und mechanische Abnutzung. Der Nachteil liegt im Transport: Ein 40 kg schwerer Ständer erfordert oft zwei Personen oder einen Rolluntersatz. Dafür überzeugt er mit jahrzehntelanger Stabilität.

Für Qualitätsmodelle ist eine verzinkte Rohraufnahme Pflicht: Sie verhindert Rost und schützt die Verbindung zwischen Ständer und Schirmrohr. Gerade an dieser Schnittstelle, wo Metall auf Stein trifft und wo Feuchtigkeit sich sammeln kann, entscheidet die Qualität der Verarbeitung über die Langlebigkeit des gesamten Systems.

Granitständer bieten darüber hinaus einen ästhetischen Vorteil: Ihre natürliche Maserung und die Vielfalt verfügbarer Farben – von hellem Grau über Rosa bis zu tiefem Schwarz – erlauben eine harmonische Integration in unterschiedliche Gartengestaltungen. Anders als Beton, der mit der Zeit ausbleichen und Flecken entwickeln kann, behält Granit seine Optik über Jahrzehnte hinweg nahezu unverändert bei.

Ein oft übersehener Vorteil massiver Steinständer ist ihre thermische Trägheit. An heißen Sommertagen heizen sich Kunststoff- oder Metallständer stark auf, was bei Berührung unangenehm sein und bei minderwertigen Materialien sogar zu Verformungen führen kann. Stein hingegen erwärmt sich langsam und gibt die gespeicherte Wärme ebenso langsam wieder ab, was zu einer konstanteren Temperatur führt.

Metallständer mit Plattengewichten

Ein zunehmend verbreitetes System besteht aus einem Stahlrahmen, der mit vier Füllplatten aus Beton oder Granit beschwert wird. Besonders bei Ampelschirmen ist diese Lösung beliebt, da der Ständer flach bleibt und das Gewicht flexibel verteilt werden kann. Diese Bauweise vereint mehrere Vorteile: Der Rahmen selbst ist leicht und transportabel, während die Platten je nach Bedarf hinzugefügt oder entfernt werden können.

Bei diesen Systemen ist wichtig, dass der Stahlrahmen pulverbeschichtet ist, um Rostbildung zu verhindern – insbesondere dann, wenn er auf feuchten Terrassenfliesen steht. Die Pulverbeschichtung bildet eine dichte, widerstandsfähige Schicht, die das darunterliegende Metall vor Feuchtigkeit und Sauerstoff schützt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lackierungen ist sie mechanisch belastbarer und weniger anfällig für Abplatzen.

Ein technisches Detail, das die Qualität solcher Systeme maßgeblich bestimmt, ist die Konstruktion der Aufnahmeplatten. Hochwertige Modelle verfügen über gummierte Kontaktflächen zwischen Metallrahmen und Steinplatten. Diese verhindern nicht nur Kratzer auf beiden Materialien, sondern dämpfen auch Vibrationen und erhöhen die Reibung, was die Gesamtstabilität verbessert.

Passgenauigkeit: Der unterschätzte Faktor bei Stabilität und Sicherheit

Viele Unfälle mit Sonnenschirmen entstehen nicht durch das Umkippen selbst, sondern durch falsche Fixierung im Standrohr. Das Schirmrohr sollte nicht wackeln, darf aber auch nicht klemmen. Ein Spielraum von mehr als 2 mm wird gefährlich, da sich der Schaft bei Windstößen zu bewegen beginnt und das Material der Halterung ausweitet. Deshalb sind verstellbare Adapterhülsen ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.

Präzise gefertigte Modelle bieten verschiedene Dichtringe aus Gummi oder Silikon, um unterschiedliche Rohrdurchmesser sicher zu fixieren. Diese Einsätze verhindern nicht nur Spiel, sondern minimieren auch Materialabrieb und verlängern die Lebensdauer der Schirmstange. Selbst geringfügiges Spiel zwischen Mast und Standrohr führt über längere Zeit zu einem Aufweiten der Aufnahme, was die Stabilität kontinuierlich reduziert.

Beim Kauf lohnt es sich, auf folgende Elemente zu achten:

  • Durchmesser des Standrohrs im Vergleich zur Schirmstange – auf Millimeter genau prüfen
  • Fixierschrauben aus Edelstahl statt Aluminium, da Letzteres sich bei Belastung schneller verformt
  • Rutschfeste Unterseiten zur besseren Kraftverteilung auf glatten Terrassenbelägen
  • Abflussöffnungen bei befüllbaren Modellen gegen Frostschäden
  • Transportgriffe oder Rollen bei Ständern über 30 kg

Diese Details machen markante Unterschiede in der Alltagstauglichkeit aus, die beim ersten Blick oft unsichtbar bleiben. Ein weiterer Aspekt ist die Verarbeitungsqualität der Innenrohrgewinde: Bei günstigen Modellen sind diese oft nur oberflächlich geschnitten und nutzen sich schnell ab, wodurch die Klemmwirkung der Fixierschrauben nachlässt.

Besonders bei Ampelschirmen mit seitlich versetztem Mast spielt die Passgenauigkeit eine noch kritischere Rolle als bei zentral stehenden Modellen. Der Hebelarm ist hier deutlich länger, was die Kräfte auf die Verbindungsstelle zwischen Mast und Ständer vervielfacht. Bereits minimales Spiel kann hier zu gefährlichen Schwingungen führen, die sich selbst verstärken und im schlimmsten Fall zum Materialversagen führen.

Physikalische Prinzipien hinter einem stabilen Schirmständer

Hinter einem scheinbar simplen Gegenstand wie einem Schirmständer steckt ein Zusammenspiel aus Gravitation, Hebelwirkung und Winddynamik. Der Druck, den Wind auf den geöffneten Schirm ausübt, lässt sich mit grundlegenden physikalischen Formeln beschreiben. Für einen Schirm mit drei Metern Durchmesser ergibt sich bei mäßigem Wind bereits eine beträchtliche Kraft, die gegen den Ständer wirkt.

Diese Kraft wirkt jedoch nicht zentral, sondern als Hebel gegen den Befestigungspunkt. Das erklärt, warum viele scheinbar schwere, aber schmale Schirmständer instabil sind: Das Drehmoment wird zu groß. Deshalb sind breite, flache Sockel mit zentraler Gewichtsverteilung die stabilere Wahl. Wer technische Zeichnungen von Schirmständern betrachtet, erkennt, dass hochwertige Modelle die Schirmaufnahme leicht versenkt oder dezentral im Schwerpunkt positionieren – ein Detail, das Stabilität massiv erhöht.

Systematische Prüfungen in Windkanälen zeigen, dass die Windlast exponentiell mit der Windgeschwindigkeit zunimmt. Ein Schirm, der bei 20 km/h Wind noch problemlos steht, kann bei 40 km/h bereits kritische Belastungswerte erreichen. Diese nichtlineare Beziehung zwischen Windgeschwindigkeit und Belastung wird von vielen Nutzern unterschätzt.

Ein weiterer physikalischer Faktor ist die Luftverwirbelung hinter dem Schirm. Der Wind strömt nicht einfach über die Schirmfläche hinweg, sondern erzeugt auf der windabgewandten Seite turbulente Wirbel, die zusätzliche, unregelmäßige Kräfte auf die Konstruktion ausüben. Diese pulsierenden Belastungen können bei resonanter Frequenz zu gefährlichen Schwingungen führen – ein Phänomen, das bei großflächigen Ampelschirmen besonders relevant wird.

Die Geometrie der Schirmfläche spielt ebenfalls eine Rolle: Konvexe Schirme, die sich nach oben wölben, leiten den Wind besser ab als flache oder gar konkave Formen. Moderne Schirmkonstruktionen berücksichtigen diese aerodynamischen Prinzipien zunehmend, indem sie belüftete Schirmdächer oder segmentierte Konstruktionen verwenden, die den Winddruck reduzieren.

Rost, Feuchtigkeit und Materialalterung: langfristige Risiken vorbeugen

Kaum ein Schirmständer wird trocken und geschützt aufbewahrt. Sonne, Regen und Frost belasten jede Oberfläche. Besonders kritisch sind Temperaturwechsel, die Materialien ausdehnen und kontrahieren lassen. Metallteile ohne Schutzschicht beginnen zu korrodieren, Beton bekommt feine Mikrorisse, in die Wasser eindringt. Wer diese Prozesse früh unterbindet, verlängert die Lebensdauer seines Schirmständers um Jahre.

Einmal jährlich sollte die Verschraubung gelöst und neu gefettet werden – säurefreies Silikonfett eignet sich ideal. Granit oder Beton profitiert von einer Behandlung mit hydrophobem Steinpflegemittel, und Kunststoffteile sollten auf Haarrisse durch UV-Strahlung überprüft werden. Edelstahl-Fixierschrauben profitieren von einer leichten Schicht technischem Öl. So bleibt das Gewinde gangbar, selbst wenn es im Winter einfriert. Gerade die Wartung der beweglichen Teile ist entscheidend für die Langlebigkeit des gesamten Systems. Vernachlässigte Schraubverbindungen rosten fest, was nicht nur die Funktionalität beeinträchtigt, sondern auch die Demontage für Reparaturen oder Überwinterung nahezu unmöglich macht.

Überwintert der Ständer im Freien, sollte man ihn leicht schräg stellen oder auf eine Holzlatte setzen, damit keine Feuchtigkeit darunter steht. Staunässe ist der unsichtbare Feind fast aller Außenmöbel. Besonders bei befüllbaren Kunststoffständern ist es wichtig, diese vor dem ersten Frost zu entleeren. Wasser dehnt sich beim Gefrieren um etwa 9 Prozent aus – eine Kraft, die selbst robuste Kunststoffwände zum Bersten bringen kann.

Bei Metallständern mit Pulverbeschichtung sollten auch kleine Kratzer nicht ignoriert werden. Sobald die Schutzschicht durchbrochen ist, beginnt das darunterliegende Metall zu oxidieren. Eine rechtzeitige Ausbesserung mit speziellem Reparaturlack verhindert, dass sich die Korrosion unter der intakten Beschichtung ausbreitet – ein Prozess, der oft erst sichtbar wird, wenn bereits großflächige Schäden entstanden sind.

Betonständer profitieren von einer Imprägnierung, die verhindert, dass Feuchtigkeit in die poröse Struktur eindringt. Unbehandelter Beton kann im Laufe der Zeit Wasser aufnehmen, das bei Frost gefriert und die Oberfläche aufsprengt. Diese sogenannte Frostsprengung ist einer der Hauptgründe für die vorzeitige Alterung von Betonprodukten im Außenbereich.

Nachhaltigkeit und Kreislaufgedanke: Der ökologische Blick auf den Schirmständer

Viele Konsumenten achten bei Gartenmöbeln bereits auf nachhaltige Materialien, doch Schirmständer werden oft aus rein praktischer Sicht ausgewählt. Dabei ist ihre Umweltbilanz stark unterschiedlich. Kunststoffmodelle aus reinem Polyethylen sind recyclingfähig, allerdings nur, wenn sie korrekt entsorgt werden. Besser sind Kunststoffmischungen mit recyceltem Anteil oder modulare Systeme, bei denen einzelne Komponenten ausgetauscht werden können, anstatt den ganzen Ständer zu ersetzen.

Granit und Beton punkten durch ihre Haltbarkeit. Bei ortsgebundenen Ständern ergibt sich über die Nutzungsdauer hinweg ein sehr günstiger ökologischer Fußabdruck, selbst wenn der Energieaufwand bei der Herstellung hoch war. Ein Granitständer, der 20 oder 30 Jahre hält, verursacht über seine Lebensdauer gerechnet deutlich weniger Umweltbelastung als drei oder vier Kunststoffständer, die jeweils nach wenigen Jahren ersetzt werden müssen.

Bei Metallständern sollte auf rostfreie Legierungen geachtet werden, da Korrosion nicht nur das Material zerstört, sondern auch Umweltpartikel abgeben kann. Zunehmend mehr Unternehmen setzen auf verzinkte oder edelstahlbasierte Komponenten, die eine längere Lebensdauer versprechen und am Ende ihrer Nutzung vollständig recycelbar sind.

Ein zukunftsfähiger Ansatz sind modulare Schirmständer – austauschbare Platten, nachrüstbare Halterungen, reparierbare Schraubsysteme. Die Industrie bewegt sich hier langsam in Richtung Circular Design, das auch auf Gartenprodukte Anwendung findet. Einige Hersteller bieten mittlerweile Ersatzteile für alle wesentlichen Komponenten ihrer Ständer an, was eine Reparatur statt Neukauf ermöglicht.

Ein weiterer Nachhaltigkeitsaspekt betrifft den Transport. Schwere Steinständer verursachen aufgrund ihres Gewichts höhere Transportemissionen. Systeme, bei denen der Rahmen separat geliefert wird und die Beschwerungsplatten vor Ort erworben werden können, reduzieren den CO2-Fußabdruck erheblich. Regional produzierte Granit- oder Betonplatten sind hier eine ökologisch sinnvolle Alternative zu importierten Komplettlösungen.

Kaufentscheidungen, die in Fachgeschäften selten erklärt werden

In Baumärkten oder Online-Shops dominiert oft der Preisvergleich. Doch entscheidend sind drei technische Parameter, die selten auf Produktseiten hervorgehoben werden: die Drehmomentgrenze des Standfußes, die angibt, bis zu welchem Winddruck die Konstruktion formstabil bleibt, die Materialhärte der Rohraufnahme, bei der sich minderwertige Metalle mit der Zeit aufbiegen und ihre Klemmkraft verlieren, sowie die Temperaturtoleranz des Kunststoffs, wobei günstige Modelle Versprödung bereits ab plus 35 Grad oder unter null Grad zeigen.

Ein Hersteller, der diese Spezifikationen offenlegt, demonstriert technisches Vertrauen in sein Produkt. Das ist oft das wichtigste Qualitätsmerkmal überhaupt. Gerade diese Details machen den Unterschied zwischen einem Ständer, der mehrere Saisons übersteht, und einem, der bereits nach einem Jahr ersetzt werden muss.

Weitere Qualitätsindikatoren beim Kauf: die Wandstärke bei Metallständern – dünnwandige Konstruktionen mögen leichter sein, bieten aber deutlich weniger Stabilität und sind anfälliger für Verformungen. Bei geschweißten Metallkonstruktionen sollten die Nähte gleichmäßig und vollflächig sein, nicht punktuell oder unterbrochen. Die Qualität der Rollen bei mobilen Modellen macht einen Unterschied: Billige Kunststoffrollen brechen schnell, während kugelgelagerte Rollen aus verstärktem Material auch nach Jahren noch leichtgängig bleiben. Produkte mit TÜV-Siegel oder anderen Prüfzeichen wurden unabhängig auf Sicherheit und Belastbarkeit getestet.

Bei Kunststoffständern lohnt sich ein Blick auf das Material: Polypropylen ist UV-beständiger als Polyethylen, beide sind jedoch recycelbar. Hochwertige Modelle verwenden UV-stabilisierte Compounds, die speziell für den Außeneinsatz entwickelt wurden und deutlich länger halten als einfache Standardkunststoffe.

Der kleine Aufwand, der den großen Unterschied macht

Die Wartung eines Schirmständers nimmt im Jahresverlauf kaum mehr als eine halbe Stunde in Anspruch, doch sie verhindert Folgekosten und Gefahren. Wer bei aufkommendem Wind nicht jedes Mal den Schirm schließen will, sollte zusätzlich einen Bodendübel oder Sturmsicherungsriemen verwenden – kleine Vorrichtungen, die den Schirm am Mast stabilisieren und seine Drehbewegung begrenzen.

Ein weiterer, oft übersehener Punkt ist die Bodenausrichtung: Schon minimale Neigungen führen dazu, dass das Gewicht nicht symmetrisch verteilt wird. Eine Wasserwaage reicht, um die Standfläche korrekt auszurichten. Bei unebenem Untergrund leisten rutschhemmende Gummiplatten als Unterlage wertvolle Dienste. Bereits eine Neigung von zwei bis drei Grad kann die effektive Standfestigkeit um bis zu 20 Prozent reduzieren.

Jede dieser scheinbar simplen Maßnahmen erhöht die Sicherheit exponentiell. Denn die meisten Schäden entstehen nicht durch extreme Unwetter, sondern durch kleine, wiederkehrende Belastungen, die der Ständer über Jahre hinweg nicht kompensieren kann. Ein typisches Beispiel ist das allmähliche Aufweiten der Rohraufnahme durch ständige Mikrobewegungen bei Wind – ein Prozess, der schleichend verläuft und oft erst bemerkt wird, wenn der Schirm bereits gefährlich wackelt.

Für Ampelschirme empfehlen Experten zusätzliche Befestigungssysteme, besonders bei dauerhaftem Standort. Bodenhülsen, die fest im Untergrund verankert werden, bieten die sicherste Lösung für permanente Installationen. Sie nehmen die Windkräfte direkt auf und leiten sie in den Boden ab, wodurch der eigentliche Ständer deutlich entlastet wird. Das optimale Zusammenspiel von Gewicht, Material, Passgenauigkeit, Pflege und konstruktiven Details schafft einen Schirmständer, der nicht nur sicher, sondern auch langfristig ökonomisch ist. Wer hier mit System wählt, muss in den nächsten zehn Jahren keinen Ersatz mehr kaufen und schützt sich vor unangenehmen Überraschungen an windigen Tagen.

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Habe keinen Sonnenschirm

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