Stellt euch vor, ihr schwebt in einer Gondel zwischen gigantischen Sandsteinsäulen, die sich wie versteinerte Riesen aus einem Meer aus Nebel erheben. Willkommen in Zhangjiajie, einem der spektakulärsten Naturwunder Chinas, das vielen durch seine Rolle als Inspiration für den Film Avatar bekannt ist. Im Januar, wenn der Winter die bizarren Felsformationen in eine mystische Landschaft aus Frost und gelegentlichem Schnee verwandelt, zeigt sich diese Region von ihrer eindrucksvollsten Seite – und das zu Preisen, die euer Reisebudget kaum belasten werden.
Ein Wochenende mit Freunden in Zhangjiajie bedeutet, gemeinsam in eine andere Welt einzutauchen. Die eisige Januarluft macht die Luft kristallklar, sodass die über 3000 Sandsteinsäulen im Nationalpark noch dramatischer wirken. Während die Sommermonate von Touristenmassen geprägt sind, gehört der Park im Winter praktisch euch und euren Freunden. Die Nebelschwaden, die zwischen den bis zu 200 Meter hohen Felsnadeln aufsteigen, schaffen eine Atmosphäre, die gleichzeitig unwirklich und atemberaubend ist.
Die spektakuläre Kulisse des Wulingyuan-Gebiets
Das UNESCO-Welterbe Wulingyuan umfasst mehrere Naturschutzgebiete, wobei der Zhangjiajie National Forest Park das Herzstück bildet. Im Januar verwandeln sich die normalerweise grünen Berggipfel in eine schwarz-weiße Tuschezeichnung, wie man sie aus traditionellen chinesischen Gemälden kennt. Die Temperaturen bewegen sich zwischen minus 2 und plus 8 Grad Celsius – perfekt für ausgedehnte Wanderungen, ohne ins Schwitzen zu geraten.
Die berühmten Hallelujah-Berge, wie die Avatar-Felsen inoffiziell genannt werden, sind nur ein Bruchteil dessen, was euch erwartet. Tiefe Schluchten, natürliche Steinbrücken und versteckte Täler laden zu Entdeckungstouren ein. Mit Freunden macht es besonders Spaß, die verschiedenen Aussichtspunkte zu erreichen und gemeinsam den Ausblick zu genießen, während ihr euch fragt, wie diese geologischen Wunderwerke überhaupt entstehen konnten.
Was ihr unbedingt erleben solltet
Der Bailong-Aufzug ist ein Muss für jede Gruppe. Dieser gläserne Außenaufzug, der an einer 326 Meter hohen Felswand montiert ist, bringt euch in nur zwei Minuten nach oben. Die Fahrt selbst ist ein Adrenalinschub, und oben angekommen, eröffnet sich ein Panorama, das selbst die kühnsten Erwartungen übertrifft. Der Preis liegt bei etwa 6 Euro pro Person – ein Schnäppchen für diese Erfahrung.
Die Golden Whip Stream-Wanderung führt euch auf einem relativ flachen Weg durch eine beeindruckende Schlucht. Der etwa 7,5 Kilometer lange Pfad folgt einem Bach und ist selbst im Januar begehbar, solange ihr festes Schuhwerk tragt. Die Wanderung dauert rund drei Stunden und bietet unzählige Fotogelegenheiten. Mit Freunden könnt ihr euch gegenseitig vor den spektakulären Felsformationen ablichten und dabei die friedliche Winterstille genießen.
Für die Mutigen unter euch ist die Glasbrücke von Zhangjiajie ein unvergessliches Erlebnis. Diese 430 Meter lange und 6 Meter breite Brücke schwebt 300 Meter über einem Canyon. Im Januar sind die Besucherzahlen deutlich geringer, sodass ihr die Brücke ohne stundenlange Wartezeiten überqueren könnt. Der Eintritt kostet ungefähr 20 Euro, was zwar der höchste Einzelposten eurer Reise sein wird, aber die Erinnerung ist unbezahlbar.
Tianmen Mountain und das Himmelstor
Ein weiteres Highlight ist der Tianmen Mountain mit seinem berühmten Himmelstor, einem natürlichen Felsdurchbruch. Die längste Seilbahn der Welt bringt euch auf den Gipfel – eine 30-minütige Fahrt, die allein schon die Reise wert ist. Oben angekommen, könnt ihr auf gläsernen Stegen entlang der Klippen wandern. Im Januar können Eisformationen die Landschaft zusätzlich verzieren, was dem Ganzen eine märchenhafte Note verleiht. Der kombinierte Eintritt mit Seilbahn liegt bei etwa 25 Euro.
Praktische Tipps für den kostengünstigen Aufenthalt
Die Anreise nach Zhangjiajie ist unkomplizierter als gedacht. Von den Großstädten wie Shanghai oder Peking gibt es direkte Flüge zum lokalen Flughafen. Im Januar findet ihr oft Sonderangebote, da Nebensaison ist. Alternativ verkehren Hochgeschwindigkeitszüge aus verschiedenen Städten, wobei eine Fahrt von Changsha etwa drei Stunden dauert und rund 15 Euro kostet.

Unterkunft clever wählen
Verzichtet auf die teuren Hotels in unmittelbarer Nähe der Hauptattraktionen. In der Stadt Zhangjiajie selbst findet ihr einfache, aber saubere Gästehäuser ab 8 Euro pro Nacht und Zimmer. Wenn ihr zu viert oder fünft reist, könnt ihr euch größere Zimmer oder kleine Apartments teilen und so die Kosten noch weiter senken. Viele dieser Unterkünfte werden von Einheimischen betrieben, die euch wertvolle Tipps zur Gegend geben können.
Eine besonders authentische Option sind die Gästehäuser in den Dörfern rund um den Park. Hier zahlt ihr ähnliche Preise, erlebt aber das lokale Leben hautnah. Im Januar wird es abends früh dunkel, perfekt um gemeinsam bei einem heißen Tee den Tag Revue passieren zu lassen.
Fortbewegung vor Ort
Innerhalb des Parks verkehren kostenlose Shuttle-Busse zwischen den verschiedenen Bereichen. Diese sind im Eintrittspreis von etwa 30 Euro enthalten, der vier Tage gültig ist. Für ein Wochenende ist das mehr als ausreichend. Zwischen Stadt und Park nehmt ihr am besten die öffentlichen Busse, die für weniger als einen Euro pro Fahrt verkehren. Teilt euch als Gruppe gelegentlich ein Taxi, kostet das pro Person selten mehr als 2 Euro und spart Zeit.
Essen ohne das Budget zu sprengen
Die lokale Küche in Zhangjiajie ist herzhaft und wärmend – perfekt für die Januarkälte. In den kleinen Garküchen rund um den Busbahnhof und in der Innenstadt bekommt ihr reichhaltige Nudelsuppen, Teigtaschen und regionale Spezialitäten für 3 bis 5 Euro pro Mahlzeit. Die Portionen sind großzügig und sättigen problemlos nach einem Tag voller Wanderungen.
Probiert unbedingt die lokalen Reisgerichte mit geräuchertem Fleisch, eine Spezialität der Tujia-Minderheit, die in dieser Region heimisch ist. In den Straßenständen könnt ihr auch gegrillte Süßkartoffeln kaufen – ein wärmender Snack für unterwegs, der kaum 50 Cent kostet. Vermeidet die Restaurants direkt an den touristischen Hotspots, wo die Preise das Drei- bis Vierfache betragen können.
Insider-Tipps für euer Wochenende
Startet früh in den Tag! Die Morgenstunden bieten nicht nur die besten Lichtverhältnisse für Fotos, sondern auch die höchste Chance, die mystischen Nebelschwaden zu erleben. Gegen 7 Uhr morgens seid ihr oft praktisch allein unterwegs. Packt warme Kleidung in Schichten ein, denn die Temperaturunterschiede zwischen Tal und Berggipfeln können beträchtlich sein.
Plant eure Route strategisch: Nutzt den ersten Tag für den Hauptpark mit dem Bailong-Aufzug und den Avatar-Bergen. Den zweiten Tag widmet ihr dem Tianmen Mountain. So vermeidet ihr unnötige Fahrwege und maximiert eure Zeit am eigentlichen Ziel. Kauft Snacks und Wasser in der Stadt, bevor ihr in den Park fahrt – die Preise innerhalb des Parks sind deutlich höher.
Die Januarkälte hält die meisten chinesischen Touristen fern, die lieber in den warmen Süden reisen. Das bedeutet für euch: keine Menschenmassen, keine endlosen Warteschlangen und Preise auf dem absoluten Tiefpunkt. Ein Wochenende in Zhangjiajie kostet euch mit Unterkunft, Verpflegung und Eintritten zwischen 150 und 200 Euro pro Person – ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis für eine Landschaft, die zu den eindrucksvollsten der Welt zählt.
Mit Freunden diese surreale Bergwelt zu erkunden, schafft Erinnerungen, die lange nachwirken. Die gemeinsamen Momente auf schwindelerregenden Höhen, die ehrfürchtigen Blicke beim Anblick der Felsformationen und das Lachen beim gemeinsamen Aufwärmen mit einer dampfenden Nudelsuppe nach einem kalten Wandertag – das sind die Erlebnisse, die eine Reise unvergesslich machen.
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