Warum dein iPhone-Akku mittags schon leer ist, obwohl du es kaum benutzt hast

Warum Push-Benachrichtigungen und Hintergrundaktualisierungen den Akku belasten

Wer kennt es nicht: Morgens ist der iPhone-Akku noch bei 100 Prozent, doch schon am frühen Nachmittag zeigt die Anzeige bedrohlich rote Zahlen. Dabei hast du gar nicht so viel am Handy gemacht – zumindest glaubst du das. Die Wahrheit sieht anders aus: Dein iPhone arbeitet im Hintergrund auf Hochtouren, und häufig sind es Hintergrundaktualisierungen und Push-Benachrichtigungen von Apps, die du vielleicht gar nicht aktiv nutzt, die den Akku belasten.

Push-Benachrichtigungen wirken auf den ersten Blick harmlos. Eine kurze Nachricht, ein kleines Aufleuchten des Displays – was soll das schon kosten? Die Realität ist komplexer: Jede einzelne Benachrichtigung aktiviert das Display, lässt das Gerät vibrieren oder einen Ton abspielen und unterbricht den Ruhezustand deines iPhones. Bei vielen Benachrichtigungen täglich summiert sich das spürbar.

Noch problematischer wird es bei Apps mit aktivierter Hintergrundaktualisierung. Diese Funktion ermöglicht es Anwendungen, ständig Daten abzurufen und Inhalte zu aktualisieren, noch bevor du sie öffnest. Shopping-Apps prüfen Angebote, Social-Media-Plattformen scannen nach neuen Likes, News-Apps laden aktuelle Schlagzeilen – und all das geschieht ohne dein aktives Zutun. Das Ergebnis: Dein Prozessor läuft häufiger, die Mobilfunkverbindung bleibt aktiv, und der Akku schmilzt dahin.

Der versteckte Energiefresser: Hintergrundaktualisierungen

Während Push-Benachrichtigungen wenigstens sichtbar sind, arbeiten Hintergrundaktualisierungen völlig im Verborgenen. Das klingt praktisch – und ist es auch, wenn es um wichtige Apps wie E-Mail-Clients oder Messenger geht. Das Problem: Standardmäßig ist diese Funktion für nahezu alle installierten Apps aktiviert.

Dein Wetter-Widget, das Fitness-Tracking-Tool, das du nur sporadisch nutzt, oder die Spiele-App, die du seit Wochen nicht geöffnet hast – sie alle dürfen munter im Hintergrund werkeln. Besonders kritisch wird es bei Apps mit Standortzugriff, die permanent deine Position aktualisieren, selbst wenn du sie gar nicht verwendest. Diese energieintensiven Prozesse laufen unbemerkt und belasten den Akku erheblich.

Eine wichtige Klarstellung: Apps im sogenannten Suspended-State verbrauchen fast keine Energie. Problematisch sind nur jene Anwendungen, die tatsächlich aktiv im Hintergrund arbeiten. Apple empfiehlt sogar, Apps nicht ständig manuell zu schließen, da das erneute Öffnen mehr Energie verbraucht als das Belassen im Ruhezustand.

So nimmst du deinem iPhone die Benachrichtigungs-Flut

Die gute Nachricht: Apple hat dir alle Werkzeuge an die Hand gegeben, um das Problem zu lösen. Der erste Schritt führt dich in die Einstellungen deines iPhones. Öffne die App und navigiere zum Punkt Mitteilungen. Hier findest du eine komplette Liste aller Apps, die dir Benachrichtigungen schicken dürfen.

Jetzt wird es interessant: Gehe die Liste systematisch durch und frage dich bei jeder App ehrlich: Brauche ich wirklich eine Benachrichtigung von dieser Anwendung? Bei den meisten Shopping-Apps lautet die Antwort wahrscheinlich nein. Auch Social-Media-Plattformen müssen nicht bei jedem neuen Like oder Kommentar sofort Alarm schlagen. Tippe auf die jeweilige App und deaktiviere Mitteilungen erlauben komplett – oder passe zumindest an, ob Benachrichtigungen im Sperrbildschirm, in der Mitteilungszentrale oder als Banner erscheinen sollen.

Ein cleverer Trick: Deaktiviere bei Apps, die du behalten möchtest, zumindest Töne und Hinweise. So bekommst du die Information noch, aber dein iPhone muss nicht ständig Display und Lautsprecher aktivieren. Das spart spürbar Energie.

Hintergrundaktualisierungen intelligent managen

Der zweite große Hebel liegt bei den Hintergrundaktualisierungen. Gehe dafür in Einstellungen > Allgemein > Hintergrundaktualisierung. Hier siehst du zunächst einen globalen Schalter, mit dem du die Funktion komplett deaktivieren könntest – das wäre allerdings zu radikal und würde die Funktionalität wichtiger Apps einschränken.

Besser ist der differenzierte Ansatz: Tippe auf den Punkt Hintergrundaktualisierung direkt darunter, um eine Liste aller Apps zu sehen. Überlege dir genau, welche Anwendungen wirklich im Hintergrund arbeiten müssen. Messenger wie WhatsApp oder Signal sollten aktiviert bleiben, damit du Nachrichten zeitnah erhältst. Auch dein E-Mail-Programm profitiert von der Funktion.

Spiele, Foto-Editoren, Shopping-Apps oder jene Anwendungen, die du ohnehin nur öffnest, wenn du sie brauchst – all diese können problemlos ohne Hintergrundaktualisierung auskommen. Der Unterschied in der Praxis ist minimal: Die App lädt die aktuellen Daten eben erst beim Öffnen, was meist nur Sekunden dauert. Der Gewinn für deinen Akku ist jedoch spürbar.

Die Batteriestatistik als Kontrollwerkzeug

Unter Einstellungen > Batterie findest du eine detaillierte Übersicht, welche Apps in den letzten 24 Stunden oder den letzten 10 Tagen am meisten Energie verbraucht haben. Besonders aufschlussreich ist die Unterscheidung zwischen Bildschirmzeit und Hintergrundaktivität.

Apps mit hoher Hintergrundaktivität, die du nicht unbedingt brauchst, solltest du kritisch prüfen. Manchmal hilft es auch, bestimmte Apps komplett zu deinstallieren und stattdessen die Webversion im Browser zu nutzen – das gilt besonders für Social-Media-Plattformen, die notorisch akkuhungrig sind.

Standortzugriff gezielt kontrollieren

Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft den Standortzugriff. Unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste kannst du für jede App festlegen, ob sie Nie, Beim Verwenden der App oder Immer auf deinen Standort zugreifen darf.

Die Option „Immer“ sollte wirklich nur für Apps wie Karten-Anwendungen oder Fitness-Tracker reserviert sein, die diese Funktion zwingend benötigen. Viele Apps fordern diese Berechtigung, brauchen sie aber objektiv nicht. Die permanente Standortbestimmung gehört zu den größten Energiefressern überhaupt und sollte deshalb restriktiv gehandhabt werden.

Weniger Ablenkung, mehr Konzentration

Die Umstellung dieser Einstellungen kostet dich vielleicht zehn bis fünfzehn Minuten, die Auswirkungen wirst du aber sofort spüren. Der Akku hält deutlich länger durch, und du musst seltener zur Steckdose greifen. Doch es geht nicht nur um den Akku. Weniger Benachrichtigungen bedeuten auch weniger Ablenkung und mehr Konzentration im Alltag. Jede deaktivierte unwichtige Benachrichtigung ist ein Gewinn für deine Produktivität und dein Wohlbefinden. Dein Smartphone arbeitet dann für dich – nicht umgekehrt.

Mach es dir zur Gewohnheit, deine Benachrichtigungs- und Hintergrundeinstellungen alle paar Monate zu überprüfen. Mit jeder neu installierten App kommen potenzielle Energiefresser hinzu. Besonders nach iOS-Updates kann es vorkommen, dass bestimmte Einstellungen zurückgesetzt werden oder neue Funktionen standardmäßig aktiviert sind.

Ein Blick in die Batteriestatistik alle paar Wochen hilft dir dabei, Ausreißer schnell zu identifizieren. Wenn plötzlich eine App auftaucht, die unerwartet viel Energie verbraucht, kannst du gezielt reagieren, bevor dein Akku darunter leidet. Mit diesen Anpassungen holst du das Maximum aus deinem iPhone-Akku heraus – ohne auf wichtige Funktionen verzichten zu müssen. Dein Smartphone arbeitet effizienter, du wirst seltener abgelenkt, und die tägliche Suche nach der nächsten Steckdose gehört endlich der Vergangenheit an.

Wie oft checkst du täglich deine Push-Benachrichtigungen?
Ständig bei jeder Vibration
Mehrmals pro Stunde bewusst
Nur wenn ich Zeit habe
Selten habe wenige aktiviert
Fast nie alles deaktiviert

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