Während die Winterkälte über Europa liegt, bietet sich eine Flucht in die mediterrane Wärme geradezu an – und Sousse an der tunesischen Küste präsentiert sich im Januar als ideales Ziel für alle, die dem grauen Alltag entkommen möchten. Mit angenehmen Temperaturen um 15 bis 17 Grad, deutlich milderem Klima als in Mitteleuropa und einer faszinierenden Mischung aus Geschichte, Kultur und Entspannung zeigt sich die Stadt von ihrer authentischsten Seite. Fernab der Sommerhitze und der Hochsaisonmassen entfaltet Sousse gerade jetzt ihren besonderen Charme – und das zu Preisen, die das Reisebudget schonen.
Warum Sousse im Januar bereisen?
Der Januar gehört zur ruhigeren Saison in Sousse, was mehrere entscheidende Vorteile mit sich bringt. Die Strände sind fast menschenleer, die historischen Stätten lassen sich in aller Ruhe erkunden, und die Einheimischen haben mehr Zeit für echte Begegnungen. Die Sonne scheint häufig, auch wenn gelegentliche Regenschauer für die nötige Abwechslung sorgen – ein kleiner Schirm im Gepäck schadet also nicht. Die Temperaturen sind perfekt zum Wandern und Erkunden, ohne dass man ins Schwitzen gerät. Für diejenigen, die das authentische Tunesien erleben möchten, ist dieser Monat geradezu perfekt.
Die Medina – Herzstück der Stadt
Das UNESCO-Weltkulturerbe der Altstadt von Sousse gehört zu den besterhaltenen Beispielen arabisch-islamischer Stadtarchitektur im Maghreb. Zwischen dicken Befestigungsmauern aus dem 9. Jahrhundert verbirgt sich ein Labyrinth aus engen Gassen, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Anders als in den touristischeren Monaten begegnet man hier im Januar dem echten Alltag: Handwerker bei ihrer Arbeit, Frauen beim Einkauf frischer Waren, Kinder auf dem Weg zur Schule.
Der große Turm Ribat dominiert die Skyline und bietet nach dem Aufstieg über steinerne Treppen einen atemberaubenden Blick über die Medina, den Hafen und das Meer. Der Eintritt kostet etwa 8 Euro und lohnt sich besonders am späteren Nachmittag, wenn die Sonne die ockerfarbenen Mauern in warmes Licht taucht. Die große Moschee daneben beeindruckt durch ihre schlichte, kraftvolle Architektur – ein Ort der Ruhe inmitten des geschäftigen Treibens.
Praktische Tipps für die Medina
Der Besuch der Altstadt ist kostenlos, abgesehen von einzelnen Monumenten. Plant mindestens einen halben Tag ein, besser einen ganzen, um euch treiben zu lassen. Die Souks bieten alles von Gewürzen über Keramik bis hin zu traditionellen Textilien. Wer handeln möchte, sollte wissen, dass im Januar die Verkäufer besonders verhandlungsbereit sind – beginnt bei etwa einem Drittel des geforderten Preises. Für ein traditionelles Mittagessen in einem einfachen Lokal in der Medina solltet ihr etwa 5 bis 7 Euro einkalkulieren: Couscous, Tajine oder frisch gegrillter Fisch mit Salat und Brot.
Archäologisches Museum und historische Schätze
Das archäologische Museum von Sousse beherbergt eine der bedeutendsten Mosaiksammlungen weltweit. Diese kunstvollen römischen Mosaike erzählen Geschichten aus der Antike – von mythologischen Szenen bis zu Alltagsdarstellungen. Der Eintritt liegt bei etwa 7 Euro, und die Sammlung verdient mehrere Stunden eurer Aufmerksamkeit. Die Katakomben von Sousse, weniger bekannt aber ebenso faszinierend, bieten Einblick in die frühchristliche Geschichte der Region und sind für etwa 3 Euro zu besichtigen.
Strände und Küstenpromenaden im Winter
Die breiten Sandstrände von Sousse zeigen sich im Januar von einer ganz anderen Seite. Zwar ist das Wasser mit etwa 15 Grad zu kühl zum ausgiebigen Baden, doch lange Spaziergänge am Meer, bei denen die Wellen die Füße umspülen, haben ihren eigenen Reiz. Die Strandpromenade lädt zum Flanieren ein, und in den Cafés entlang der Küste lässt sich bei einem Minztee oder türkischen Kaffee für etwa 1,50 Euro das Treiben beobachten.
Ausflüge in die Umgebung
Von Sousse aus lassen sich mehrere lohnende Ziele problemlos erreichen. Das antike Hadrumetum, wie Sousse in römischer Zeit hieß, liegt strategisch günstig für Tagesausflüge. Die heilige Stadt Kairouan, etwa eine Stunde entfernt, gehört zu den wichtigsten islamischen Pilgerstätten und beeindruckt mit ihrer großen Moschee und dem farbenfrohen Teppichhandwerk. Ein Sammeltaxi dorthin kostet etwa 5 Euro pro Person.

Das Amphitheater von El Djem, eines der besterhaltenen römischen Amphitheater weltweit, erreicht ihr in etwa 45 Minuten. Mit 35.000 Plätzen steht es dem Kolosseum in Rom kaum nach. Der Eintritt beträgt rund 10 Euro, und im Januar habt ihr die monumentale Anlage fast für euch allein – ein unvergessliches Erlebnis.
Für Naturliebhaber bietet sich ein Ausflug nach Port El Kantaoui an, einem malerischen Yachthafen nördlich von Sousse. Die Anlage wirkt im Januar beschaulich, und ein Spaziergang entlang der Marina mit Blick auf die Boote kostet keinen Cent.
Fortbewegung vor Ort
Sousse ist kompakt genug, um die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen. Die Medina und die Strandpromenade liegen nur etwa 10 Gehminuten auseinander. Für weitere Strecken stehen lokale Busse zur Verfügung, die für weniger als einen Euro durch die Stadt fahren. Sammeltaxis, die sogenannten Louages, sind eine authentische und günstige Art, zu umliegenden Orten zu gelangen – einfach am Busbahnhof nach dem gewünschten Ziel fragen.
Taxis sind ebenfalls erschwinglich, achtet jedoch darauf, dass das Taxameter eingeschaltet ist oder handelt den Preis vorher aus. Eine Fahrt innerhalb der Stadt sollte nicht mehr als 3 bis 5 Euro kosten. Im Januar sind die Fahrer oft bereit, auch für Halbtages- oder Ganztagestouren einen Festpreis zu vereinbaren – rechnet mit etwa 40 bis 50 Euro für einen ganzen Tag mit Fahrer.
Unterkunft mit kleinem Budget
Im Januar fallen die Übernachtungspreise deutlich. Einfache, aber saubere Unterkünfte im Stadtzentrum oder in Strandnähe findet ihr bereits ab 20 bis 30 Euro pro Nacht. Mittelklassehotels mit Pool und Frühstück liegen bei 40 bis 60 Euro. Die meisten Unterkünfte bieten Halbpension an, was praktisch ist und Kosten spart. Wer lieber flexibel bleiben möchte, findet in der Medina zahlreiche kleine Pensionen mit familiärem Charakter, wo das Frühstück oft im Preis inbegriffen ist.
Kulinarische Entdeckungen
Die tunesische Küche vereint arabische, mediterrane und französische Einflüsse. In den Straßen der Medina locken Garküchen mit frisch zubereiteten Brik – knusprigen Teigtaschen gefüllt mit Ei, Thunfisch oder Kartoffeln – für etwa 2 Euro. Ein komplettes Mittagessen in einem lokalen Restaurant kostet zwischen 5 und 10 Euro und umfasst meist mehrere Gänge mit Vorspeisen, Hauptgericht und süßem Minztee.
Probiert unbedingt den Fisch: Frisch gefangen und gegrillt, bekommt ihr ihn in den kleinen Lokalen nahe dem Hafen zu erstaunlich günstigen Preisen. Eine große Portion gegrillte Sardinen oder Dorade mit Salat, Brot und Harissa kostet etwa 8 Euro. Die Märkte der Stadt bieten frisches Obst, Gemüse, Oliven und Datteln zu Spottpreisen – perfekt für ein Picknick am Strand oder als Snack für unterwegs.
Kulturelle Begegnungen
Der Januar eignet sich hervorragend für authentische Begegnungen mit Einheimischen. In den traditionellen Cafés der Medina, wo sich überwiegend Männer zum Kartenspielen treffen, wird ein freundliches Lächeln meist mit Einladungen auf einen Tee erwidert. Die Menschen in Sousse sind bekannt für ihre Gastfreundschaft, und gerade außerhalb der Hauptsaison nehmen sie sich Zeit für Gespräche. Ein paar Brocken Französisch oder Arabisch öffnen viele Türen, doch auch mit Händen und Füßen lassen sich wunderbare Verbindungen knüpfen.
Was in den Koffer gehört
Schichtenkleidung ist im Januar in Sousse essentiell. Tagsüber reichen oft eine leichte Jacke oder ein Pullover, abends kann es jedoch deutlich kühler werden. Eine wind- und wasserdichte Jacke ist ratsam. Bequeme Wanderschuhe für die Erkundung der Medina und der archäologischen Stätten sind unverzichtbar. Denkt auch an Sonnenschutz – die Wintersonne unterschätzt man leicht. Respektvolle Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, ist beim Besuch religiöser Stätten angebracht und wird von den Einheimischen geschätzt.
Sousse im Januar offenbart sich als Geheimtipp für alle, die authentische Reiseerlebnisse suchen, ohne das Budget zu sprengen. Die Kombination aus kulturellem Reichtum, mildem Klima und herzlicher Gastfreundschaft macht diese tunesische Küstenstadt zu einem idealen Ziel für einen mehrtägigen Aufenthalt, der lange in Erinnerung bleibt.
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